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Ablauf am Flugtag beim Reisen mit Hund

  • 19. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Der Flugtag ist für viele Hunde der sensibelste Teil der gesamten Reise. Neue Gerüche und laute Geräusche, viele Menschen, ungewohnte Abläufe und die Anspannung ihres Menschen können Stress auslösen. Gute Vorbereitung ist deshalb das A und O, um es unseren Hunden so leicht wie möglich zu machen.


Unsere persönliche Erfahrung zeigt: Jeder Hund reagiert anders auf diese Reize. Während viele Hunde Zeit brauchen, um sich an die Situation zu gewöhnen, verbindet Pookie Fliegen mit etwas Positivem. Sobald er Flughafenluft wittert, gibt es kein Halten mehr. Er hüpft fröhlich durch den Flughafen und flirtet in Havi-Manier mit allen Anwesenden. Beim warten in der Schlange zum Check-in-Schalter kommt er dann zur Ruhe und legt sich entweder auf dem Boden ab oder möchte in seine Tasche und entspannt dort. Pookie wurde von klein auf an Taschen und Rucksäcke gewöhnt und schätzt diese als Rückzugsort.


Was am Flugtag grundsätzlich wichtig ist


  • ausreichend Zeit einplanen

  • selbst entspannt bleiben – denn unsere Stimmung überträgt sich meist auf unsere Hunde

  • sich vorher gut über die Abläufe informieren, denn Information schafft Sicherheit


Dieser Artikel begleitet dich Schritt für Schritt – von der Ankunft am Flughafen bis zur Platzierung der Transporttasche im Flugzeug.



Vorbereiten auf die Sicherheitskontrolle



Dokumente und Unterlagen griffbereit halten


Am Flughafen müssen Unterlagen oft kurzfristig vorgelegt werden. Eine gute Organisation spart hier Zeit und vermeidet unnötige Hektik.



Heimtierausweis und Reisedokumente am Check-In bereithalten
Heimtierausweis und Reisedokumente am Check-In bereithalten

Typische Unterlagen sind


  • EU-Heimtierausweis mit entsprechenden Impfnachweisen wie Tollwut

  • Buchungsbestätigung für den Hund

  • ausgefüllte Formulare der Airline, oft ausgedruckt in 3-facher Ausführung verlangt

  • ggf. zusätzliche Gesundheitsnachweise o.ä. – Checke hierfür die Einreisebedingungen für dein Zielland sowie die Angaben der Airline


Empfehlung

Alle Unterlagen gesammelt in einer flachen Mappe griffbereit im Handgepäck aufbewahren – schnell griffbereit und übersichtlich.



Am Check-in-Schalter


Nach der Ankunft am Fughafen empfiehlt sich, wenn möglich, zunächst eine kurze Gassirunde auf dem Gelände, zum Ankommen und Schnüffel zum Stressabbau, noch bevor das Flughafengebäude betreten wird. An manchen internationalen Flughäfen ist ein späteres Zurückgehen nicht mehr möglich, eine gute Planung im Vorfeld ist daher sinnvoll.


Während der Wartezeit am Check-in-Schalter kann der Hund entweder an der Leine oder schon in der Tasche ruhen. Idealerweise ist die Tasche am Reisetag bereits ein vertrauter Ort für den Hund. Empfehlung Es hilft, wenn man bereits in der Reisevorbereitung mit dem Hund und der Tasche an den Flughäfen fährt, sich ein eine Bank sucht und einfach mit dem Hund ganz entspannt dem bunten Treiben am Flughafen zuschaut. Natürlich kann man dem Hund das Ganze mit den ein oder anderen Leckerchen oder Kauartikel positiv besetzen. Ebenfalls kann man seine Ruheübungen mit und ohne Tasche direkt am Flughafen durchführen und den Hund gezielt für ruhiges Verhalten belohnen.


Hund Pookie wartet entspannt am Check-in-Schalter mit der ultraleichten Flugtasche auf dem Trolley
Pookie völlig entspannt am Check-in-Schalter, seine Carry Me Lightly 2.0 bequem auf dem Trolley

Am Check-in-Schalter werden in der Regel folgende Unterlagen geprüft


  • euer eigenes Reisedokument wie Personalausweis oder Reisepass,

  • der Heimtierausweis

  • "Pet in Cabin"-Formular der jeweiligen Airline ausgedruckt in entsprechender Ausführung und

  • keine Pflicht, aber nützlich: die Buchungsbestätigung des Hundes


Einige Fluggesellschaften oder Einreisebedingungen verlangen nach zusätzlichen Formularen oder Nachweisen. Die erhaltet ihr meist vorab per Mail als Download. Am besten legt ihr die benötigten Schriftstücke gleich ausgefüllt und in mehrfacher Ausfertigung am Schalter vor – das spart erfahrungsgemäß Zeit und Nerven.


Jetzt geht es ans Eingemachte – es folgt die entscheidende Frage: „Wieviel wiegt der Hund mit der Tasche?“ In der Regel überzeugt sich das Schalterpersonal meist vom Wahrheitsgehalt eurer Antwort, indem es euch auffordert, den Hund in der Tasche auf die Gepäckwaage zu stellen. Ob tatsächlich gewogen wird, hängt von Airline, Flughafen, aber vor allem vom Personal ab. Es ist aber immer damit zu rechnen, dass tatsächlich gewogen wird.


Bei Hunden an der Gewichtsgrenze lohnt es sich, vor dem Wiegen noch Gegenstände wie Trinkflaschen, Decken und Leckerli aus der Tasche zu nehmen. Auch Hundegeschirre können das Gesamtgewicht merklich erhöhen.


Nach der Gewichtsprüfung werden Hund und Tasche selbst in Augenschein genommen


  • entspricht die Tasche den erlaubten Maßen

  • ist der Innenraum genügend belüftet

  • kann der Hund in der Tasche aufrecht stehen und sich drehen

  • ist die Tasche auslaufsicher

  • fühlt sich der Hund wohl

  • passt die Tasche unter einen Flugzeugsitz


Hier bewährt sich eine Transporttasche, die den Regeln der Airline entspricht, also vor allem leicht und für den Hund komfortabel ist.



Vorbereiten auf die Sicherheitskontrolle


Vor der Sicherheitskontrolle sollte eine letzte, ruhige Gassirunde vor dem Flughafengebäude eingeplant werden. Manche Flughäfen haben dafür ausgewiesene Hundebereiche. Ziel ist neben dem Entleeren auch die Entspannung von der oft gehetzten Stimmung im Flughafengebäude, z.B. durch Schnüffeln und Stressabbau durch Bewegung.


Unmittelbar vor Betreten der Sicherheitskontrolle hilft ein kurzer Moment der Ruhe.

Vorbereitung ist auch hier der Schlüssel!

Am besten sein eigenes Gepäck so packen, dass alles was bei der Sicherheitskontrolle noch rauszuräumen ist, wie Elektronik, Flüssigkeiten usw., schon griffbereit sind.


Wichtig

Beruhigungsmittel oder Sedativa sollten ausschließlich nach tierärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Viele Airlines raten ausdrücklich davon ab, da sie Kreislauf und Atmung beeinflussen können. Ein Einsatz ist individuell durch einen Tierarzt abzuwägen. Pflanzliche Beruhigungsmittel müssen oft schon mehrere Wochen im Voraus gegeben werden, um eine Wirkung zu zeigen.



Mit Hund durch die Sicherheitskontrolle


Der Ablauf an der Sicherheitskontrolle ist in der Regel klar strukturiert


  • normalerweise müssen dem Hund Halsband, Geschirr und Leine abgenommen werden

  • diese werden, wie die Tasche auch, zusammen mit dem restlichen Gepäck gescannt

  • anschließend wird dein Hund entweder auf dem Arm durch den Scanner getragen oder darf selbstständig durch den Scanner gehen und auf der anderen Seite warten bis du gescannt wurdest


Nach dem Scanner heißt es, Geschirr anlegen, den Hund z.B. in der Tasche parken und nach Möglichkeit einen ruhigeren Ort zum Zusammenpacken aufsuchen. Anschließend geht es weiter zum Gate.



Boarding und Platzierung unter dem Vordersitz


Spätestens zum Boarding muss der Hund in die Tasche. Die Tasche wird entweder ins Flugzeug getragen oder auf deinem Kabinentrolley transportiert. Beim Boarding gilt

  • du benötigst in der Regel nur dein eigenes Reisedokument und deine Boardkarte, halte den Heimtierausweis und das Formular am besten griffbereit, für den Fall der Fälle

  • die Tasche geschlossen halten

  • den Hund nicht mehr herausnehmen

  • falls nötig, die Tasche umkippen – dies natürlich im Vorfeld mit dem Hund trainieren – und unter dem Vordersitz platzieren


Unter dem Vordersitz

  • die Tasche so ausrichten, dass die Belüftung gewährleistet bleibt

  • unser Pookie friert manchmal aufgrund der Lüftung aus der Kabinenwand, weshalb wir diese um die Tasche mit z.B. der Boardcafé-Karte verdecken

  • die Tasche nicht quetschen oder einklemmen

  • während des Fluges möglichst geschlossen halten, wenn dein Hund sowieso ruhig ist – so lernt er, dass während der Reisezeit nichts passiert und er zur Ruhe kommen kann

  • grundätzlich gilt offiziell, dass die Tasche den gesamten Flug über geschlossen unter dem Vordersitz verstaut sein muss


Viele Hunde entspannen sich dabei sichtbar, da die gleichmäßigen Motorengeräusche und sanften Vibrationen des Flugzeugs oft beruhigend wirken.

Unser Pookie weiß genau, dass er im Flugzeug Pause hat, hier kann er sich vom Trubel am Flughafen erholen. Auch wenn er es mag, ist es natürlich trotzdem Stress auch für ihn. Mittlerweile schläft er in seiner Tasche bereits vor dem Start ein.


Fazit


Ein entspannter Flugtag ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Vorbereitung. Wer


  • alle Dokumente gewissenhaft ausfüllt und bereithält,

  • die geeignete Transporttasche wählt, den Hund daran gewöhnt und

  • Sicherheit und Entspannung ausstrahlt,


schafft die besten Voraussetzungen für eine sichere und stressarme Reise mit Hund.

Mit der richtigen Vorbereitung kann Fliegen für Hunde also zu einer gut zu bewältigenden – und sogar positiven – Erfahrung werden.


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