Ablauf am Flugtag beim Reisen mit Hund
- 19. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Der Flugtag selbst ist für viele Hunde der sensibelste Teil einer Reise. Neue Gerüche, viele Menschen, Zeitdruck und ungewohnte Abläufe können Stress auslösen. Mit einer guten Vorbereitung und klaren Routinen lässt sich diese Phase jedoch ruhig und kontrolliert gestalten.
Unsere persönliche Erfahrung: Pookie liebt das Fliegen. Sobald er Flughafenluft wittert, gibt es kein Halten mehr. Er zerrt an der Leine und kommt erst am Check-in-Schalter zur Ruhe. Wir verraten dir: mit entsprechender Planung kann Fliegen auch für deinen Liebling zum freudigen Ereignis werden.
Generell sollten am Flugtag einige Dinge beachtet werden
ausreichend Zeit einplanen
den Hund nicht hetzen
ruhige, klare Abläufe
Dieser Artikel begleitet dich Schritt für Schritt von der Ankunft am Flughafen bis zum Verstauen der Transporttasche unter dem Vordersitz.
Dokumente und Unterlagen griffbereit halten
Am Flughafen müssen Dokumente oft schneller vorgelegt werden als erwartet. Alles sollte geordnet und leicht zugänglich sein.

Typische Unterlagen
EU-Heimtierausweis
Impf- und ggf. Tollwutnachweis
Buchungsbestätigung für den Hund
Ausgefüllter Fragebogen, am besten in 3-facher Ausfertigung
Bestätigung der Airline zur Kabinenmitnahme
ggf. Einreiseformulare des Ziellandes
Empfehlung
Alle Unterlagen in einer separaten, flachen Mappe griffbereit im Handgepäck verstauen. Wir arbeiten bereits an einer solchen praktischen Mappe ...
Am Check-in-Schalter
Nach der Anreise erleichtert sich der Hund gerne bei einem kurzen Gassigehen, noch bevor ihr das Flughafengebäude betretet. Anmerkung: An manchen internationalen Flughäfen gelangt man nach dem Check-in nicht mehr zurück zum Eingang; dann ist die große Gassirunde schon jetzt, vor dem Check-in, angebracht. Bitte informiert euch vor der Reise zu dieser Abfolge.
Während der Wartezeit in der Schlange vor dem Check-in-Schalter könnt ihr den Hund noch an der Leine oder schon in der Tasche lassen. Dafür sollte die Tasche bereits ein vertrauter Ort für den Hund sein.

Am Check-in-Schalter legt ihr in der Regel euer eigenes Reisedokument wie Personalausweis oder Reisepass, den Impfausweis des Hundes und die Buchungsbestätigung für den Hund vor. Einige Fluggesellschaften verlangen auch das Ausfüllen zusätzlicher Formulare. Diese erhaltet ihr vorab per Download oder nach telefonischer Bestellung per Email und legt sie am besten gleich ausgefüllt und in doppelter oder dreifacher Ausfertigung am Schalter vor – das spart erfahrungsgemäß Zeit und Nerven.
Jetzt folgt die entscheidende Frage: „Wieviel wiegt der Hund?“ In der Regel überzeugt sich das Schalterpersonal meist vom Wahrheitsgehalt eurer Antwort, indem es euch auffordert, den Hund in der Tasche auf die Gepäckwaage zu stellen. Ob tatsächlich gewogen wird, hängt von Airline, Flughafen und Personal ab. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen.
Bei Hunden an der Gewichtsgrenze lohnt sich vor dem Wiegen meist ein prüfender Blick in die Tasche, ob man noch Gegenstände wie Trinkflaschen, Decken und Leckerli herausnehmen kann. Auch Hundegeschirre können schnell mehrere Hundert Gramm wiegen.
Nach der Gewichtsprüfung wird auch die Tasche selbst in Augenschein genommen
ist der Innenraum genügend belüftet
kann der Hund in der Tasche aufrecht stehen
ist die Tasche auslaufsicher
hat der Hund genügend Bewegungsspielraum
passt die Tasche unter einen Flugzeugsitz
Hier bewährt es sich, wenn ihr eine Transporttasche gewählt habt, die den Regeln der Airline entspricht, also vor allem leicht und für den Hund komfortabel ist.
Letzte Gassirunde
Plane vor der Sicherheitskontrolle ein letztes ausgiebiges Gassigehen vor dem Flughafengebäude ein. Manche Flughäfen haben ausgewiesene Hundebereiche außerhalb des Terminals. Ziel ist hier nicht Bewegung, sondern Entlastung und Beruhigung. Unser Tipp: Ein leicht müder Hund kommt meist besser mit neuen Situationen zurecht.
Unmittelbar vor der Sicherheitskontrolle lohnt sich ein kurzer Moment der Ruhe. Was jetzt hilft
leise Ansprache
gleichmäßige Atmung des Menschen
kurze Berührung, wenn der Hund das mag
vertrauter Geruch in der Tasche, zum Beispiel eine dünne Decke
keine neuen Reize oder Experimente am Flugtag
Wichtig
Beruhigungsmittel oder Sedativa sollten nur nach tierärztlicher Rücksprache eingesetzt werden, viele Airlines raten ausdrücklich davon ab. Zudem können Sedativa die Kreislaufregulation und Atemfrequenz beeinträchtigen.
Mit Hund durch die Sicherheitskontrolle
Nach unseren Erfahrungen stellt sich das Passieren des Scanners meist so dar
das Hundegeschirr wird abgenommen
der Hund wird getragen, an der Leine durch den Metalldetektor geführt oder darf selbstständig durchlaufen
die Tasche läuft leer durch das Röntgengerät
Nachdem du auch durch den Scanner gegangen bist, wirst du zuerst dem Hund das Geschirr wieder anziehen und an einem einigermaßen ruhigen Platz am Förderband deine Utensilien zusammentragen. Dann könnt ihr euch in Ruhe zum Gate begeben.
Boarding und Platzierung unter dem Vordersitz
Unmittelbar vor dem Boarding lässt du den Hund in die Tasche steigen, und du trägst die Tasche ins Flugzeug oder fährst sie auf deinem Kabinentrolley zum Einstieg, sofern die Hundetasche eine Kofferlasche hat.
Beim Boarding gilt
die Tasche geschlossen halten
den Hund nicht mehr herausnehmen
ruhig und zügig zum Platz gehen
Unter dem Vordersitz
die Tasche so ausrichten, dass die Belüftung frei bleibt
nicht quetschen
während des Fluges möglichst wenig öffnen
Viele Hunde entspannen sich jetzt sichtbar, da Bewegung und Reize nachlassen. Pookie lutscht noch ein wenig an einer Kaustange, schläft aber meistens schnell ein, sobald die Motorengeräusche und das sanfte Vibrieren des Flugzeugs einsetzen.
Fazit
Ein entspannter Flugtag beginnt mit guter Vorbereitung. Wer alle Dokumente bereithält, die Transporttasche entsprechend der Airline-Vorgaben wählt und klare Routinen einhält, schafft die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Start der Reise.
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